Etwas Geborgtes: Hochzeitsbräuche und Aberglaube

Manche glauben an Aberglaube, andere nicht, aber fast jeder hat Spaß daran. Es ist eine wunderbare Möglichkeit, die Hochzeitsvorbereitungen abwechslungsreicher zu gestalten und Traditionen zu pflegen. Die Hochzeit ist ein ganz besonderes Ereignis, bei dem wir dem Brautpaar viel Glück für den neuen Lebensweg wünschen. Oft versuchen selbst diejenigen, die im Alltag nicht an Aberglaube glauben, sich mit ihrer Hilfe eine glückliche Ehe zu sichern.
Die Wahl von Hochzeitsdatum und -ort
Das Festlegen des Hochzeitsdatums nach alten Hochzeitsbräuchen ist keine leichte Aufgabe. Erstens sollte man den Hochzeitstermin nicht auf Mai oder November legen. Diese Monate sollen dem Brautpaar angeblich Pech bringen. Alle anderen Termine sind geeignet, wobei Monate mit dem Buchstaben „r“ im Namen den zukünftigen Eheleuten das meiste Glück bringen sollen. Es gibt nur ein Problem: Wenn das Hochzeitsdatum einmal feststeht, sollte es nicht mehr verschoben werden. Das gilt als sehr schlechtes Omen für die Zukunft. Beim Verteilen der Einladungen sollte man darauf achten, keine zu Hause zu vergessen. Kaufen Sie also nicht zu viele, denn das ist eine weitere Sache, die dem Brautpaar im gemeinsamen Leben Pech bringen könnte.
Was den Ort der Trauung betrifft, so ist es bei einer kirchlichen Hochzeit ideal, wenn sie in derselben Kirche stattfindet, in der die Braut getauft wurde. Man sollte sich auch gut überlegen, wer der Trauzeuge des Bräutigams und die Trauzeugin der Braut sein wird. Es ist besser, für diese Rolle kein Paar auszuwählen, da dies ebenfalls ein schlechtes Omen sein und in der Zukunft Pech bringen könnte.
Wie die Hochzeitskleidung das Eheglück sichert
Wenn das Datum der Hochzeitszeremonie feststeht, ist es Zeit für die Kleidung des Brautpaares. Bekannte Aberglauben besagen, dass der Bräutigam das Brautkleid vor der Hochzeit nicht sehen darf, da dies zu Unstimmigkeiten in der Ehe führen könnte. Er darf also weder bei der Auswahl helfen noch bei den Anproben dabei sein. Er sollte jedoch seiner zukünftigen Frau die Brautschuhe kaufen, die weder offene Zehen noch offene Fersen haben dürfen. Nur geschlossene Schuhe bringen Glück. Die Braut wiederum muss ihrem Verlobten das Hemd kaufen. Wenn die Braut ihr Hochzeitsoutfit anprobiert und in den Spiegel schaut, sollte sie niemals das komplette Outfit tragen. Bei der Anprobe muss immer mindestens ein Element fehlen. Keine unverheiratete Frau, die eine Heirat plant, darf sich dazu verleiten lassen, das Kleid der Braut anzuprobieren, da sie sonst Gefahr läuft, für immer ledig zu bleiben. Bei der Auswahl von Accessoires und Brautkleid sollte man bedenken, dass Perlen zwar wunderschön und weiblich sind, aber bei einer Hochzeit getragen ein Leben voller Tränen prophezeien.
Ein weißes Kleid ist ein Symbol für Reinheit und Treue. Um sich jedoch die Treue ihres Mannes zu sichern, sollte die Braut auch etwas Blaues tragen. Darüber hinaus muss sie etwas Geliehenes haben, damit die zukünftige Familie ihr wohlgesinnt ist. Etwas Neues symbolisiert Wohlstand, und etwas Altes steht für die Erhaltung alter Freundschaften und familiärer Bindungen.
Worauf man während der Hochzeitszeremonie achten sollte
Das Brautpaar ist in seine Hochzeitskleidung gehüllt, alles ist vorbereitet – Zeit, sich auf den Weg zu machen. Sie dürfen nicht alleine zur Hochzeit fahren, sondern müssen von einem Mann gefahren werden. Auf dem Weg sollte man auf schwarze Katzen achten: Wenn eine den Weg kreuzt, muss man sofort umkehren und eine andere Route suchen. Der Bräutigam sollte unterwegs nach Elstern und Tauben Ausschau halten, die dem Brautpaar Glück verheißen. Krähen und Raben sollte man hingegen besser meiden. Während der Fahrt sollten keine Pausen eingelegt werden – sie bringen Pech und deuten auf ein schlechtes Eheleben hin.
Wenn die zukünftigen Eheleute glücklich vor der Kirche oder dem Standesamt angekommen sind, müssen sie darauf achten, die Schwelle mit dem rechten Fuß zu überschreiten. Auf dem Weg zum Altar sollten sie die Gäste nicht zu genau ansehen, da dies Untreue prophezeit. Die Braut darf sich auch nicht umdrehen.
Wenn das Brautpaar vor dem Altar oder dem Standesbeamten steht, muss es auf die Flammen der Kerzen achten. Eine gute Ehe wird durch gerade und hohe Flammen symbolisiert, eine unruhige durch seitlich flackernde. Wenn eine Kerzenflamme erlischt, bedeutet dies das Scheitern der Ehe. Ein sehr gutes Omen für die Zukunft sind Freudentränen während der Zeremonie. In der Ehe wird die Person dominieren, deren Hand während des Eheversprechens unter der Stola oben liegt. Versprecher beim Ehegelübde bringen Glück. Wer nach der Zeremonie als Erster von den Knien aufsteht, wird in der Beziehung die Oberhand haben.
Die frisch Vermählten müssen beim Verlassen der Kirche aufpassen, dass sie nicht stolpern, da dies Unglück bringt. Vor der Kirche warten bereits die Hochzeitsgäste, die das Brautpaar mit Reis oder kleinen Münzen bewerfen. Reis steht für Fruchtbarkeit, Geld für Wohlstand. Bei den Münzen gilt: Der Ehepartner, der mehr davon sammelt, wird auch im Leben mehr davon haben. Es ist ein gutes Zeichen, wenn die erste Person, die dem Brautpaar gratuliert, ein Mann ist. Doppeltes Glück erwartet sie, wenn es sich um eine fremde, zufällige Person handelt.
Die Hochzeitsfeier – Zeit zum Feiern
Spaß muss sein, aber auch während der Feier muss man aufpassen, das Eheglück nicht zu gefährden. An der Tür der Hochzeitslocation begrüßen die Eltern oder andere Personen das Brautpaar mit Brot und Salz. Sie stellen der Braut die Frage, was sie bevorzugt: Brot, Salz oder den Bräutigam. Sie sollte antworten: „Brot, Salz und den Bräutigam, damit er dafür arbeitet“. Dann wird ihr zukünftiges Leben wohlhabend sein. Anschließend erhalten die Eheleute zwei Gläser, eines mit Wasser, das andere mit Wodka. Wer das Glas mit Wodka wählt, wird in der Ehe das Sagen haben. Nach dem Trinken wirft das Brautpaar die Gläser hinter sich. Wenn sie zerbrechen, erwartet sie Glück. Dabei müssen sie aufpassen, nicht sofort ein Unglück heraufzubeschwören und einen der Gäste mit einem Glas zu treffen.
Nach dieser Zeremonie kann der Bräutigam seine Frau über die Schwelle tragen, um das Unglück zu vermeiden, das durch ihr Stolpern entstehen könnte. Auch beim ersten Tanz ist Vorsicht geboten. Ein Fehltritt kann zu Unstimmigkeiten in der Ehe führen. Wenn sie den ersten Tanz glücklich überstanden haben, können sie bis zum traditionellen Schleiertanz (Oczepiny) um Mitternacht etwas aufatmen. Um Mitternacht wirft der Bräutigam seine Fliege oder Krawatte hinter sich. Der Junggeselle, der sie fängt, wird als Erster heiraten. Die anwesenden unverheirateten Frauen wetteifern hingegen um den Schleier der Braut. Diejenige, die ihn fängt, wird als Erste heiraten. Die Braut darf den Schleier nicht zweimal werfen, da dies Unglück über ihre Ehe bringen könnte.
Hochzeitsbräuche sind ein großer Spaß und bewahren Traditionen. Sie variieren je nach Region und werden nicht überall gleichermaßen beachtet. Einige sind mit der Religion verbunden, andere mit der regionalen Kultur und alten heidnischen Glaubensvorstellungen. Und obwohl nicht jeder abergläubisch ist, lohnt es sich, zumindest einige davon zu befolgen – zum Beispiel der Braut etwas Blaues und Geliehenes zu schenken und rohen Reis vorzubereiten, um das Brautpaar nach der Zeremonie damit zu bewerfen.
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